Metalle liegen in der Natur nur selten „pur“ vor. Meist sind sie als Erzminerale fest in anderen Gesteinen gebunden. Viele dieser Vorkommen entstanden tief im Inneren der Erde, unter enormer Hitze und hohem Druck.
Ein Großteil der Erzlagerstätten bildete sich durch magmatische Prozesse. In flüssigem Magma konnten Erzminerale beim Abkühlen auskristallisieren und anreichern. Andere Lagerstätten entstanden durch sogenannte hydrothermale Lösungen: Heiße Wässer lösten Metallverbindungen aus dem umgebenden Gestein und lagerten sie beim Abkühlen wieder ab – oft in Klüften, Spalten- oder im Nebengestein. So entstanden typische Erzgänge. Bis heute entstehen Erzlagerstätten – zum Beispiel am Meeresboden. In vulkanisch aktiven Zonen treten dort heiße, metallreiche Wässer aus dem Untergrund aus und treffen auf kaltes Meerwasser. Dabei scheiden sich Metall-Schwefel-Verbindungen ab. Diese Unterwasserquellen nennt man Schwarze Raucher.
Auch Sedimentationsprozesse können Erze entstehen lassen, indem sich metallhaltige Schlämme am Meeresboden ablagern. In anderen Fällen bleiben bei der Verwitterung von Gestein schwer lösliche Erzminerale zurück und reichern sich an. Werden Erzminerale und Metalle aufgrund ihres spezifischen Gewichts durch fließendes Wasser und sich ändernde Strömungsverhältnisse konzentriert, bezeichnet man diese Vorkommen als Erzseifen.
Nicht immer ist unmittelbar erkennbar, wie sich eine Lagerstätte gebildet hat, denn durch plattentektonische Bewegungen können sie tief in die Erdkruste gedrückt werden. Hoher Druck und hohe Temperaturen verändern hier die Gesteine und Erzminerale. Sie kristallisieren um, bilden neue Strukturen und Gefüge. Solche Lagerstätten nennt man metamorph – ihre ursprüngliche Entstehung ist oft nur schwer zu rekonstruieren.
Die Vererzungen an der Telfer Weißen zwischen Ridnaun und Pflersch sind solche metamorphen Buntmetalllagerstätten. Die vorherrschenden Erzminerale sind hierbei Zinkblende (Sphalerit), Bleiglanz (Galenit), Magnetkies (Pyrrhotin) und Kupferkies (Chalkopyrit). Das schichtgebundene Auftreten der Vererzungen weist hierbei auf eine submarine Entstehung mit späterer hydrothermaler Umlagerung hin - ähnlich der Lagerstätten wie sie heute noch am Meeresboden durch die Schwarzen Raucher entstehen.
Das Projekt „Knappenweg Telfes: touristische Revitalisierung, (digitale) Kommunikation und kulturelle Vermittlung“ wurde im Rahmen von LEADER 2023-2027 – LEADER Wipptal – Nationaler GAP Strategieplan – Autonome Provinz Bozen finanziert.
Idee, Konzeption und fachliche Begleitung:
