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Wasserhaltung und Bewetterung
Gefahren und Arbeitsbedingungen untertage
Wasser und schlechte Luft bestimmten die Arbeitsbedingungen der Knappen tief im Berg. Mit Erfindungsgeist und Technik hielten sie die Gruben trocken und sorgten für ausreichend frische Luft unter Tage. Schon früh suchten die Knappen nach technischen Lösungen, um Gruben trocken zu halten und frische Luft bis tief in den Berg zu bringen.

Gefahren und Arbeitsbedingungen untertage

Wasserhaltung und Bewetterung

Wasser und schlechte Luft waren im historischen Bergbau ständige Begleiter – und oft eine echte Gefahr. Schon früh suchten die Knappen nach technischen Lösungen, um Gruben trocken zu halten und frische Luft bis tief in den Berg zu bringen.

Im Jahr 1556 beschrieb Georg Agricola in seinem Werk „De re metallica libri XII“ erstmals ausführlich Wasserhebemaschinen für Bergbaubetriebe.  

Damals verfügten einfache Hebevorrichtungen, die heute als sogenannte Bulgenkünste zusammengefasst werden, über Gefäße an rundlaufenden Ketten, die von einer Antriebsmaschine durch das Grubenwasser gezogen und dann gehoben wurden (Abb.1). 

Im Gegensatz zur Bulgenkunst erfolgte die Wasserhebung bei der sogenannten Heinzenkunst kontinuierlich. Die Drehbewegung des Antriebsrads setzte eine Kette mit Lederbällen in Bewegung, die durch ein Rohr gezogen wurde, das im Grubenwasser stand. Die Bälle zogen die im Rohr stehende Wassersäule mit nach oben. Das im Grubenwasser stehende Rohr füllte sich fortwährend - der nächste Ball nahm erneut Wasser mit (Abb.2.). Jedoch erst mit der Verwendung von einfachen Kolbenpumpen als Wasserhaltungsmaschine (Abb.3) war es möglich auch in den tieferen Grubengebäuden eine geordnete Wasserhaltung zu betreiben.

Neben den meist manuell betriebenen Blasbalgen kamen im historischen Bergbau verschiedene Wettermaschinen zur Anwendung. So beschriebt Agricola 1556 in „De re metallica libri XII“ ein Wetterrad. Wetterräder wurden entweder manuell (Abb.4) oder maschinell (Abb.5) angetrieben. Sie bestanden meist aus einem runden Gehäuse mit mittig gelagerter Antriebswelle. Das Gehäuse besaß zwei Öffnungen. An einer wurde ein Windkanal, die sogenannte Wetterlutte, befestigt, die in den Berg führte. Die andere Öffnung bleibt offen und dient zum Ansaugen der Frischluft. Im Innern waren auf der Welle Flügel montiert. Bei Drehbewegungen wurde die in der Trommel befindliche Luft durch die Flügel komprimiert und weiter durch die Wetterlutte in das Grubengebäude gedrückt.

Sollte schlechtes Wetter aus dem Grubengebäude gesaugt werden, schloss man die Lutte an die saugende Öffnung an. Wenn technisch möglich, konnte auch die Drehrichtung der Welle geändert werden. Das Wetterrad saugte nun Abwetter aus dem Grubengebäude.

All diese Erfindungen zeigen, wie viel technisches Wissen, Einfallsreichtum und Erfahrung nötig waren, um den Bergbau überhaupt möglich zu machen.

 

Abb.1 Bulgenkunst mit Kübeln (Georg Agricola 1556)
Abb.2 Heinzenkunst (Georg Agricola 1556)
Abb.3 Pumpe zur Wasserhaltung (Georg Agricola 1556)
Abb.4 Wettertrommel mit manuellem Antrieb (Georg Agricola 1556)
Abb.5 Wettertrommel mit Wasserkraftantrieb (Georg Agricola 1556)

 

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